Weichmacher in Shishaprodukten
Regelmäßig erreichen uns Horrormeldungen aus der Spielwarenindustrie. Klimmt, der Cowboy, Lazar, der Dunkelelf, Kippl, der Muldenfüller, die zum großen Teil aus den großen chinesischen Fabriken an Jangtse und Mekong stammen, wo sie mit Herzblut, Handschweiß und Kindertränen mit chemischem Hammer und Schlageisen aus grobem Plastikersatz gemeißelt werden, machen Schlagzeilen aufgrund ihrer zweifelhaften Zusammensetzung. Vor allem das Schlagwort Weichmacher, welches auf den ersten Blick nach Innenpolitikern mit laschen Law-and-Order Vorstellungen und Kuschelpädagogik aussieht, beherrscht in diesem Zusammenhang die Schlagzeilen. In vielen möglichen Bereichen, ob Farben, Klebstoffe oder die formgebende Grundmasse, können diese Stoffe zu finden sein.
Bloße Berührung mit der Hand ist natürlich nicht so bedenklich, das große Buch des Alltagswissens jeder jungen Familie subsummiert aber durchaus zu Recht jedes Spielzeug, ob Puppe, Kipplaster, Bauklotz oder Quietscheentchen unter dem Begriff des Kauknochens für den canidenhaften Nachwuchs.
Nicht nur im Spielzeug können sich naturgemäß Weichmacher befinden, aber die wenigsten Gegenstände für Erwachsene, Stromkabel und ähnliches, sind darauf ausgelegt, gegessen, eingeatmet oder bekaut zu werden, umso wichtiger ist allerdings Vorsicht bei eben diesen Gegenständen geboten, die oralen Konsum irgendeiner Form bedeuten.
Shisha Zubehör kann unter diese Kategorie fallen. Billiger NoName-Tabak kann mit Weichmachern ähnlich einem Geschmacksstoff versetzt sein, auch beim Shishaschlauch sollte man auf Qualität achten und nicht beispielsweise einen Aquariumsschlauch oder etwas aus dem Technikbaukasten als Ersatz wählen. Eigenbauanleitungen für Shishas sind allgemein bedenklich, da die vorgeschlagenen Behelfsbestandteile oft nicht dahingehend geprüft wurden, ob sie schädliche Stoffe abgeben, die eingeatmet werden können. Da die Einzelteile beim Shisharauchen naturgemäß Hitze und/oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind, ist diese Gefahr besonders groß, auch bei Materalien, die bei bloßer Berührung unbedenklich sind, man denke nur mal an die Schadstoffe, die von verbrennendem Gummi oder sich auflösenden bleihaltigen Farben oder ähnlichem freigesetzt werden können. Wer wirklich Freude mit seiner orientalischen Wasserpfeife haben will, kauft am besten nur Shishas und hochwertige Komponenten bei Fachhändlern (auch Urlaubsmitbringsel sollten mit Vorsicht genossen werden) und bleibt bei den bekannten Markentabaken von Nakhla, Serbetli oder Hayyam.